Das passende Tor für die Hallennutzung

Stahlhallen benötigen in der Regel eines oder mehrere Tore. Deren Anzahl, Größe, Art und Anordnung sind in erster Linie zweckgebunden, wenngleich immer wieder auch ästhetische Aspekte eine Rolle bei der Wahl des passenden Tors für die Halle spielen. 

Anforderungen an Hallentore

Zunächst richtet sich die Wahl des Hallentors nach der Hallennutzung: Autowerkstätten benötigen andere Tore als Lagerhallen, die durch Lkw angefahren werden, bei Fertigungshallen reichen meist rein funktionale Lösungen aus, während Ausstellungshallen repräsentative Zwecke erfüllen. Gleichzeitig eignet sich nicht jedes Hallentor für jede bauliche Gegebenheit.

Funktionalität vs. Ästhetik

 

Soll sich das Hallentor harmonisch in die Gebäudegestaltung einfügen und gleichzeitig ästhetischen Ansprüchen genügen, so fällt die Wahl zumeist auf ein Sektionaltor, das im Vergleich zu einem Rolltor hochwertiger wirkt. Gleichzeitig gibt es Sektionaltore in vielen unterschiedlichen Farben, sodass das Tor sogar einen Blickfang darstellen kann. Eine Integration in die Corporate Identity des Unternehmens ist ebenfalls problemlos möglich.
 

Neben der farblichen Gestaltung stellt auch die Ausstattung mit Fenstern einen funktionalen Aspekt dar, der die Wahl des passenden Hallentors beeinflusst. Laut rechtlichen Vorgaben muss jeder Arbeitsplatz mit ausreichend Tageslicht versorgt werden. Reichen Fenster und Oberlichter hier nicht aus, bietet es sich an, das Tor mit transparenten Elementen auszustatten und so für eine zusätzliche Belichtung zu sorgen.

Brandschutz bei Hallentoren

 

Brand- und Rauchschutztüren dienen der Unterteilung von Fluren mit einer Länge von mehr als 30 m sowie der Gliederung der Halle in verschiedene Brandschutzbereiche. So kann im Falle eines Feuers ein Übertreten der Flammen von einem in andere Gebäudeteile verhindert werden.

Die Anforderungen an die Abschlusstüren sind in DIN 4102-5 geregelt. Neben feuerhemmenden (T30), hochfeuerhemmenden (T60) und feuerbeständigen Feuerschutzabschlüssen (T90) gibt es T120- und T180-Türen. Dabei gibt die Zahl hinter dem T an, wie lange Tür oder Tor dem Durchbrechen des Feuers standhält und sich im Anschluss noch öffnen lässt. Etwaige Verglasungen im Tor müssen dabei den gleichen Anforderungen genügen. Welche Feuerwiderstandklasse gefordert ist, hängt von der Hallennutzung ab. Die Zulassung erfolgt dabei für einen Zeitraum von fünf Jahren durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIfB). Dabei sollten folgende Bestandteile bei einer ordnungsgemäß eingebauten Feuerschutztür vorhanden sein:

  • Zulassungsschild auf dem Türblatt,
  • Übereinstimmungserklärung der Montagefirma über den sachgerechten Einbau und zulassungskonforme Montage der Tür,
  • Wartungsanleitung,
  • Zulassungsbescheid des DIBt.

Feuerschutztüren müssen stets selbstschließend sein und dürfen im Gebäude nicht durch Türkeile oder ähnliche Hilfsmittel offen gehalten werden. Dies stellt sogar einen Straftatbestand nach §145 StGB dar. Daneben gibt es Rauchschutztüren, die jedoch nicht zwingend auch dem Feuer widerstehen. Umgekehrt ist nicht jede Feuerschutztür rauchdicht. Die Dichtigkeit wird dabei durch eine umlaufende Dichtung gewährleistet, die im Brandfall die Rettungszeit ohne Einsatz einer Atemmaske verlängert. Auch diese Türen müssen selbstschließend sein.
 

Bauliche Rahmenbedingungen


Welches Tor sich für die Halle eignet, hängt auch von den baulichen Gegebenheiten ab. Wie viel Platz ist neben oder über dem Tor vorhanden? Welche Breite hat das Tor? Insgesamt sind sieben Maße für die Berechnung des Tores relevant:

  • lichte Öffnungsbreite
  • lichte Öffnungshöhe
  • Laibungsanschlag auf der linken und rechten Seite
  • Sturzhöhe bis zur Hallendecke
  • Hallentiefe
  • Gesamt-Hallenhöhe

Arten von Hallentoren

Während Kipp- und Flügeltore vor allem bei Garagen und kleinen Öffnungen verbaut werden, kommen im Hallenbau meist Hallentore um Einsatz, die sich aufrollen oder -schieben lassen und so auch bei großen Öffnungen platzsparende Lösungen bieten.

Sektionaltore


Ein Sektionaltor besteht aus waagrechten Elementen (selten auch senkrechte), die durch Gelenke miteinander verbunden sind. Beim Schließen wird das Tor an einer Laufschiene über die Laufrollen der Gelenke nach oben gezogen und in eine waagrechte Position unter der Hallendecke geführt. Damit benötigt ein Sektionaltor im Vergleich zu einem Flügel- oder Schwingtor keine Fläche vor dem Tor, um es zu öffnen.

Das Sektionaltor lässt sich mit transparenten Elementen bestücken, die für eine Belichtung des Innenraums mit Tageslicht sorgen. Auch gibt es Sonderbauten für explosionsgefährdete Bereiche und Rettungswege.

Ein weiterer Vorteil des Sektionaltors: Eine optionale Schlupftür kann nicht nur zu einer Steigerung der Energiebilanz in Hallen beitragen, wenn beim Ein- und Austreten nicht immer das komplette Tor geöffnet werden muss, sondern bietet zudem eine Fluchtmöglichkeit, wenn das Tor selbst nicht mehr funktionsfähig ist.

Um das Unfallrisiko bei einem Sektionaltor zu reduzieren, kann das untere Querprofil des Tors mit einem Sensor ausgestattet sein, der auf einen Widerstand beim Schließen des Tors reagiert, um eine Quetschgefahr auszuschließen. Dies ist insbesondere bei Schnelllauftoren relevant, die sich durch besonders hohe Laufgeschwindigkeiten von bis zu 4m/Sekunde und einer hohen Belastbarkeit bei häufigen Schließvorgängen klassischen Sektionaltoren unterscheiden.

Rolltore


Im Gegensatz zum Sektionaltor benötigt ein Rolltor keine waagrechte Fläche in der Halle. Ähnlich wie ein Rollladen wird das Tor beim Öffnen in einen über der Tür montierten Kasten auf eine Welle aufgerollt. Anders als ein Rollladen vor einem Fenster gelten für Rolltore jedoch spezielle Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz sowie die Sicherheitstechnik. Hier gibt es Ausführungen, die feuerhemmend und schalldämmend sind oder auch Beschuss standhalten.
Rolltore bestehen aus verschiedenen Einzelteilen:

  • Rolltorpanzer: Die einzelnen Stäbe des Tors bestehen entweder aus Kunststoff oder Metall. Doppelwandige Profilen erfüllen spezielle Anforderungen wie Wärme- und Schallschutz.
  • Die U-förmigen Führungsschienen führen das Tor seitlich und nehmen bei geschlossenem Rolltor die auftretenden Windkräfte auf. 
  • Die Welle, auf die das Tor aufgewickelt wird.
  • Konsolen, die das Tor an der Tragwand befestigen. Da diese die gesamte Last tragen, ist hier besondere Aufmerksamkeit gefragt und neben den Kräften und der Konsolengeometrie sind die Beschaffenheit der Wand und weitere Umgebungsbedingungen wie auftretende Feuchtigkeit zu berücksichtigen.
  • Antrieb
  • Abrollsicherung gegen ungeplantes Schließen des Tores
  • Sicherungseinrichtungen zur Verringerung der Unfallgefahr durch berührungsempfindliche Leisten an der Unterkante des Tores und / oder Lichtschranken
  • Bedienelemente wie z. B. Druckknopftaster, Schlüsselschalter, Codiertaster, Kartenleser oder biometrische Systeme sowie Funk, Induktionsschleifen oder Einbindung in die Gebäudeleittechnik 

Rolltore unterliegen der seit 2005 gültigen EG-Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG, die durch die Produktnorm DIN EN 13241 konkretisiert wird. Im gewerblichen Bereich ist eine jährliche Sicherheitsprüfung eines jeden Rolltors erforderlich.
 

Feuerschutztore


Wenngleich auch Außentore Anforderungen an den Brandschutz erfüllen müssen: Spezielle Feuerschutztore im Halleninneren unterteilen das Gebäude in einzelne Bereiche, die im Brandfall durch Tore voneinander getrennt werden, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Bei den Feuerschutztoren sind sowohl Schiebe- als auch Hubtore möglich, die wahlweise mit transparenten Elementen oder Brandschutztüren ausgestattet sind.

Ganz gleich, welche Nutzungsart eine Halle auch hat: Für jeden Anspruch gibt es eine passendes Hallentor. Um eine geeignete Lösung zu ermitteln bedarf es vorab lediglich einiger Vorüberlegungen zu Belichtung, Wärme-, Schall- und Brandschutz sowie der ästhetischen Gestaltung.

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