Kranbahn

Krane (auch Kräne) sind entweder manuell oder durch Motoren betriebene Einrichtungen, um Lasten entweder in horizontaler oder vertikaler Richtung zu verladen. Neben dem Betrieb von Kränen beim Be- und Entladen von Containerschiffen, im Eisenbahnverkehr oder dem Bauwesen finden sich die Gerätschaften oftmals als Kranbahn in Montage-, Produktions- und Lagerhallen.

Eigenschaften von Kranen

Die Nutzung von Kranen zum Heben von Lasten geht auf die Griechen des 6. Jahrhunderts v. Chr. zurück. Die Nutzung der ersten Krane löste Rampen zum vertikalen Befördern vielfach ab. Auch bei den Römern und im Mittelalter breitete sich die Nutzung von Kranen aus und ermöglichte die Konstruktion und bauliche Umsetzung einiger Bauwerke überhaupt erst.

Im Gegensatz zu einem einfachen Hebezeug zeichnet sich ein Kran durch seinen flurfreien Betrieb und den dreidimensionalen Arbeitsbereich aus. Je nach Art des Anwendungsbereichs unterscheidet man ganz unterschiedliche Bauarten und Ausführungen. 

Während sich Turmkrane meist im Bauwesen wiederfinden und Autokrane durch ihre Mobilität auf einem Fahrzeug auszeichnen, finden sich im Hallenbau oft Brückenkrane und Portalkrane mit Kranbahnen. Diese bilden entweder auf dem Boden (Portalkran) oder an der Decke (Brückenkran) eine Führungsschiene für Krane und geben so die Bewegungsrichtung in horizontaler Ebene vor.
 

Sicherheitsbestimmungen

Im Umgang mit Kranen gelten in Deutschland zahlreiche Sicherheitsbestimmungen. So ist vor der Inbetriebnahme eines Krans eine Abnahmeprüfung durch einen Sachverständigen der BG erforderlich. Und auch im laufenden Betrieb fällt anschließend eine jährliche Prüfung an. Zudem gilt gleich eine Vielzahl unterschiedlicher Normen auf EU-Ebene und in Deutschland: 

  • 2006/42/EG (EG-Maschinenrichtlinie)
  • 9. GPSGV: Neunte Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz 
  • BetrSichV: Betriebssicherheitsverordnung
  • DGUV Vorschrift 52 (bisher BGV D6: Krane)
  • DGUV Vorschrift 54 (bisher BGV D8: Winden, Hub- und Zuggeräte)
  • DGUV Regel 100-500 (bisher BGR 500, Kapitel 2.8: Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb)
  • DGUV Grundsatz 309-001 (bisher BGG/GUV-G 905: Prüfung von Kranen)
  • DGUV Grundsatz 309-003 (bisher BGG 921: Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern)
  • DGUV Grundsatz 309-005 (bisher BGG 924: Grundsätze für die Ermächtigung von Sachverständigen für die Prüfung von Kranen durch die Berufsgenossenschaft)
  • DGUV Grundsatz 309-009 (Kran-Kontrollbuch)
  • DGUV Regel 109-014 (bisher ZH 1/547: Richtlinien für Funksteuerungen von Kranen)

Für Kranbahnen gilt beispielsweise auch, dass die Geräte gegen das Entgleisen und damit verbundene Abstürzen gesichert sein müssen. Hierzu lohnt sich auch ein Blick in die DGUV.
Daneben benötigt auch der Kranführer eine spezielle Qualifikation, um einen Kran führen zu dürfen: den Kranführerausweis nach Art. 5 Abs. 2a Kranverordnung. Grundlagen sind hier die DGUV Information 209-012 und 209-091. Daneben ergänzen heutzutage intelligente Steuerungen und Seilzüge die Sicherheit von Krananlagen.
 

Einbau von Kranbahnen in Hallen

Der Einbau einer Kranbahn kann in Gewerbe- und Industriehallen entweder durch ein Schienensystem am Boden oder Führungsschienen an der Wand oder Decke erfolgen. Da mit den Schienen am Boden oft eine erhebliche Einschränkung der Nutzfläche einhergeht, ist die decken- oder wandseitige Befestigung in der Regel die bessere Wahl. Eine Vielzahl unterschiedlicher Ausführungsvarianten gestattet dabei eine individuelle Anpassung an vorhandene Raumverhältnisse und führt zu verschiedenen Begriffsbezeichnungen.
 

Laufkräne

Laufkräne können auch dort montiert werden, wo es keine tragfähigen Hallenstützen gibt. Die Montage kann, wie es bei Decken-Laufkränen der Fall ist, direkt unter der Decke erfolgen, oder an der Wand. Bei diesen ist zudem eine Kombination mit kleineren Einträger-Wandlaufkränen oder Halbportalkränen möglich, die in einer zweiten Hallenebene montiert sind. 

Einträger-Laufkrane gestatten in kleinen Hallen eine optimale Raumausnutzung und ermöglichen optimale Hubhöhen. Durch verschiedene Anschlussvarianten ist eine perfekte Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten möglich. Bei einer Wandmontage ist der Einsatz als Arbeitsplatzkran für verschiedene Stationen weit verbreitet.

Portalkran

Bei Portalkränen befinden sich die Fahrschienen im Gegensatz zu den Brückenkranen auf dem Boden, was für Produktionshallen oft nachteilig ist. Der U-förmige Kran überspannt seinen Arbeitsbereich wie ein Portal und läuft dabei auf zwei Schienen. Die Laufkatze läuft längs der Kranbrücke, oder es ist ein zusätzlicher Schienendrehkran an der Brücke montiert. Die Kräne haben den Vorteil, sehr große Lasten bewegen zu können und sind entsprechend oft auf Güterumschlag- und Lagerplätzen oder auch in Montagehallen anzutreffen. Spezielle Varianten kommen zudem oft zum Umschlag von Containern zum Einsatz.

Brückenkran

Brückenkräne liegen dabei entweder auf einem oder zwei Kastenträgern (der Brücke) oder Walzprofilen auf, die sich verfahren lässt. Die Laufkatze bewegt sich über die Spannweite der Brücke mit einer Seilwinde, die über einen Flaschenzug die Last bewegt. Eine Sonderform ist hier der Stapelkran, der anstelle der Seilwinde ein Gabelstaplerhubgerüst aufweist, um Logistikaufgaben in Regallagern zu erfüllen.
 

Zweiträger-Brückenkrane eignen sich vor allem für hohe Lasten bei großen Spannweiten von bis zu 40 m. Hier ist optional eine Erweiterung der Komponenten durch Laufbühnen und ein zweites Hubwerk möglich. Ein weiterer Vorteile dieses Systems sind die hohen möglichen Geschwindigkeiten.
 

Berechnung von Kranbahnträgern

Für den Einbau von Kranbahnen gelten sehr spezielle Anforderungen an die Tragfähigkeit der Konstruktion – schließlich ist diese letztlich dafür ausschlaggebend, welche Lasten mit dem Kran bewegt werden dürfen. Als Tragelemente kommen sowohl Betonkonsolen als auch Stahlbaustützen infrage. daneben ist die deckenseitige Montage möglich. Zu berücksichtigen sind vor allem Biege- und Torsionsmomente. 

Einen Fachartikel zu dieser Thematik mit aufwendigen Berechnungsbeispielen hat Christoph Seeßelberg verfasst: Aktuelle Berechnungs- und Nachweisverfahren für Kranbahnträger. Im Regelfall kümmert sich jedoch ein ausgewiesener Statiker um die ausreichende Dimensionierung der tragenden Elemente.
 

Vorteile von Kranbahnen

Bei Stahlhallen sind die baulichen Gegebenheiten zum Einbau einer Kranbahn im Wesentlichen bereits gegeben – insbesondere, wenn die Experten die erforderliche Dimensionierung bereits bei der Gebäudekonzeption einplanen konnten. So bieten Kranbahnen im laufenden Betrieb von Lager- und Produktionshallen gleich zahlreiche Vorteile:

  • optimale Ausnutzung des Raums ohne störende Hebezeuge am Boden
  • einfaches Bewegen schwerer Lasten
  • ideale Bedieneigenschaften, ggf. per Funk-Fernbedienung
  • Maximum an Funktionalität
  • Einbau zweier Kräne optimiert Arbeitsprozesse weiter.

Sprechen Sie bei Bedarf einen Fachmann für Industrie- und Systemhallen an und lassen sich vor der Planung über die Möglichkeiten beraten. So kann die einmalige Investition Arbeitsprozesse nachhaltig beschleunigen und effizienter gestalten.
 

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