Worauf sollte man bei der Planung für den Hallenbau besonderen Wert legen?

Jedes Unternehmen stellt eigene Anforderungen an die optimale Halle hinsichtlich Produktions- und Logistikflächen, Brand- und Schallschutz oder kurzen Verkehrswegen. Auch die Außenwirkung der Gebäudehülle zu Repräsentationszwecken spielt gegebenenfalls eine Rolle. So sollten auch bei Systemhallen mit hohem Vorfertigungsgrad einige Aspekte bei der Planung der Halle Berücksichtigung finden.

Nutzungsart der Halle

Halle ist nicht gleich Halle. Mit der Nutzungsart unterscheidet sich auch der Anspruch an ein optimales Konzept maßgeblich. Entsprechend wichtig ist es, sich als erstes darüber im Klaren zu sein, welchen Verwendungszweck die Halle letztlich hat. Mögliche Hallentypen sind beispielsweise:

Mit jeder Hallenart gehen spezifische Anforderungen an Wärme-, Schall- und Brandschutz, die Gestaltung der Gebäudehülle und Arbeitsplätze einher. Neben den gesetzlichen Vorgaben spielen dabei auch die architektonischen Präferenzen eine Rolle bei der Planung der Halle.

Die optimale Größe berechnen

Bei der Planung der Halle kommt es für einen effizienten Betrieb maßgeblich auf die Größe der Halle an: Ist diese zu gering bemessen, reicht der Platz bei einfachen unternehmerischen Erweiterungsmaßnahmen schon nicht mehr aus. Zu große Hallen hingegen sind durch den Mehrbedarf an Energie ebenfalls nicht günstig im Unterhalt. 
Optimal ist ein ausreichender Puffer, sodass die Halle für die Expansion der nächsten Jahre ausreicht. Gleichzeitig ist es sinnvoll, auch bauliche Erweiterungsoptionen einzuplanen, die unkomplizierte Anbauten ermöglichen.

Vorschriften berücksichtigen

Arbeiten Menschen in einer Halle oder ist diese einem wiederkehrenden Publikums- oder Kundenverkehr ausgesetzt, gelten besondere Anforderungen an den Brandschutz. Eventuell bedarf es einzelner Brandabschnitte, dem Einbau von Brandschutztüren oder -fenstern und einer Sprinkleranlage. Fluchtwege müssen ebenso geplant werden wie die Berücksichtigung der Brandschutzklassen bei der Wahl der Baustoffe.

Gleiches gilt für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zum Schall- und Wärmeschutz. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt Höchstwerte für Wärmeverluste durch Bauteile fest, sodass bestimmte Baustoffe und Dämmstärken zum Einsatz kommen müssen.
Darüber hinaus gibt es örtliche Bauvorschriften, die sich aus dem Bebauungsplan der Gemeinde ergeben und Vorgaben zu Gebäude form und -größe machen.

 

 

Verkehrswege planen

Die Wege zwischen Logistik-, Produktions- und Verwaltungsbereichen sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass Arbeitsbereiche mit einem intensiven Austausch einfach und schnell erreichbar sind, um Prozesse optimal aufeinander abzustimmen. Abhängig von der Nutzungsart sind auch der Einsatz von Transportmitteln wie Flurfördertechnik, Hubwagen oder anderen Fahrzeugen einzuplanen, die wiederum große sperrige Güter oder kleine, wendige Kartons bewegen. 

Die Boden- und Dachplanung

Das Dach erfüllt nicht nur die Aufgabe, dicht und wetterfest zu sein, sondern ihm kommt zudem eine gestalterische Komponente zu. Von außen trägt die Form des Daches maßgeblich zum Gesamteindruck des Gebäudes bei, von innen wirkt sich das Dach mit seinem Belichtungskonzept auf die Arbeitsatmosphäre aus.
Systemhallen werden auf einer Bodenplatte aus Beton errichtet. Diese ist belastbar und hinsichtlich der Nutzung flexibel. Nichtsdestotrotz: Schwerlastregale benötigen beispielsweise eine spezielle Verankerung im Boden, sodass die Nutzungsart stets bei der Wahl von Beton- und Estrichdicken bedacht werden sollte.

Eine repräsentative Gebäudehülle planen

Vor allem im Kontakt mit dem Kunden kommt es neben einer kosteneffizienten Bauweise auf eine ansprechende Gebäudehülle an, die das Unternehmen möglichst einzigartig und individuell repräsentiert, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen. 
Bei Systemhallen besteht hier eine vielfältige Auswahl an Dachformen, Oberflächenstrukturen der Wandverkleidungen wie z. B. Trapezblechen, Sandwichpaneelen

oder Kassettenwänden sowie einer extrem facettenreichen Auswahl an unterschiedlichen Fensterarten und -formen, Türen und Toren. Gleichzeitig steht dabei die optimale Funktionalität durch die Wahl zwischen Rolltoren, Schiebetoren oder Sektionaltoren zur reibungslosen Abwicklung logistischer Prozesse im Fokus.
 

Das Wohl der Mitarbeitenden berücksichtigen

Arbeiten Menschen in einem Gebäude, gelten zunächst Anforderungen an den Arbeitsschutz. Berücksichtigt werden muss die Planung von Aufenthalts- und Sozialräumen, Brandschutz und Fluchtwegen ebenso wie eine ausreichende Be- und Entlüftung der Arbeitsplätze. Hier wiederum wirken sich Zugluft und Raumtemperaturen empfindlich auf das empfundene Raumklima und damit einhergehend das Wohlfühlen am Arbeitsplatz aus.
Daneben bestehen Herausforderungen bei der ausreichenden Durchflutung des Gebäudes mit Tageslicht. Hierzu eignen sich z. B. Lichtkuppeln und Oberlichter, die das Gebäude auch bei großen Höhen mit Licht durchdringen

Finanzielle Ressourcen einplanen

Baukosten entstehen zunächst für die Erschließung des Geländes, die Gebäudehülle sowie die Inneneinrichtung. Aber auch an die Gestaltung der Außenflächen ist zu denken. Größe, Isolierung, Ausstattung und Design wirken sich dabei maßgeblich auf die Höhe der Kosten aus. Auch unterliegen Baustoffpreise starken Schwankungen, sodass die Baukosten relativ variabel sind.
Darüber hinaus ist ein Bauprojekt stets mit eventuell anfallenden Kosten verbunden, die vor dem Bau nicht eingeplant wurden. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn es hierfür keine

Reserven gibt und es infolgedessen zu finanziellen Engpässen kommt. Entsprechend bietet es sich an, direkt zu Beginn ein finanzielles Polster von etwa 30 % der Bausumme einzuplanen. 
Beim Bau von Systemhallen besteht aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades und der kurzen Montagezeiten eine vergleichsweise hohe Kostensicherheit. Doch auch hier bieten sich finanzielle Reserven an – auch wenn man diese am Ende im Idealfall anderweitig nutzen kann.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Nicht nur durch immer höhere Anforderungen an den Energieverbrauch, Wärmedämmungen und Heizanlagen – die Wahl nachhaltiger Baustoffe spart langfristig Betriebskosten. So reduziert eine ausreichende Dämmung von Wand und Decken die Wärmeverluste, die Einbeziehung von Photovoltaikanlagen senkt die Stromkosten dauerhaft. Die Nutzung von Wärmetauschern und anderen ressourcenschonenden Heiz- und Lüftungssystemen trägt zudem zu einer Verringerung der Betriebskosten bei.
 

Fazit

Um später eine kosteneffiziente, auf Arbeitsprozesse und -abläufe optimierte Halle nutzen zu können, bedarf es im Vorfeld einer sorgfältigen Planung und der Berücksichtigung zahlreicher Aspekte, die sich je nach Nutzungsart unterscheiden. Grundlegende Fragen, die Aufschluss über Fläche, Höhe und Ausstattung und damit einen ersten Anhaltspunkt zu den Baukosten geben, sind beispielsweise:

  • Nutzungsart
  • benötigte Fläche
  • Art der eingelagerten / produzierten Güter
  • Umfang der Lagerhaltung
  • Verkehrswege
  • Anzahl der Mitarbeitenden und damit einhergehender Arbeitsschutz
  • gesetzliche Vorgaben zu Brand- und Schallschutz
  • besondere Anforderungen an Gefahrenstoffe
  • Energieeffizienz
  • benötigte technische Ausstattung
  • Gegebenheiten des Grundstücks

Es empfiehlt sich, einen auf Hallenbauten spezialisierten Experten zu konsultieren, der all jene Punkte (und noch weitere darüber hinaus) zuverlässig berücksichtigt – und einen gänzlich zufriedenen Bauherren hinterlässt.

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