Die wichtigsten Rechtsnormen im Stahlhallenbau

Neben statischen Anforderungen sind bei der Konzeption von Stahlhallen zahlreiche Rechtsnormen relevant, die der Arbeitssicherheit ebenso wie dienen wie dem Schutz von unmittelbarer Umgebung und Umwelt. In Deutschland sind dies bei Industrie- und Gewerbebauten insbesondere Maßnahmen zum Schall- und Lärmschutz, die Einhaltung der EnEv sowie ein effektiver Brandschutz.

Lärmschutz

Als Gewerbe- oder Industrielärm bezeichnet man gemeinhin die Geräuschemissionen gewerblicher und industrieller Anlagen. Diese wirken - meist negativ - auf die MitarbeiterInnen, Umgebung und eventuell auch die Nachbarschaft ein. Während die Angestellten durch die Regelungen in der Arbeitsstättenverordnung gegen die Auswirkungen von Lärmentwicklung geschützt werden sollen, gilt für die Umgebung die Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz – TA Lärm – Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm vom 26. August.

Arbeitsstättenverordnung

Dauerhafter Lärm am Arbeitsplatz führt nicht nur zu einer deutlichen Minderung der Leistungsfähigkeit, sondern kann bereits bei Lärmpegeln von mehr als 90 dB (A) zu dauerhaften Hörschädigungen führen.

TA Lärm

Die rechtliche Grundlage der Vorschrift ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz §48 geregelt. Die Genehmigung und Überwachung des Lärmschutzes obliegt in Deutschland den Landratsämtern. Die jeweiligen Gewerbeaufsichtsämter - bzw. in einigen Bundesländern die Ämter für Arbeitsschutz - sorgen für den Vollzug der Vorschriften.

Immissionsrichtwerte für den Beurteilungspegel betragen für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden:

Ziffer TA Lärm
  Ausweisung
  

  Immissionsrichtwert
  tags (6:00 bis 22:00 Uhr)
  
Immissionsrichtwert
nachts (22:00 bis 6:00 Uhr)

6.1 a
Industriegebiet 70 dB(A)
70 dB(A)

6.1 b
Gewerbegebiet 65 dB(A)
50 dB(A)

6.1 c
Urbanes Gebiet 63 dB(A)
45 dB(A)

6.1 d
Kern-, Dorf- und Mischgebiet 60 dB(A) 45 dB(A)

 

Jeder Hallenneubau muss die entsprechenden gültigen Verwaltungsvorschriften berücksichtigen. Dazu zählen neben der TA Lärm außerdem die DIN 18005 Schallschutz im Städtebau sowie die VDI-Richtlinie 2058. Doch auch im Bestand kann eine Behörde die Ermittlung der Emissionen der Anlage und die Immissionen im Einwirkungsbereich durch einen Sachverständige einfordern.

Maßnahmen zum Lärmschutz

primärer Lärmschutz: Maßnahmen, die Lärm bereits bei seiner Entstehung verringern.

sekundärer Lärmschutz: Bauliche Maßnahmen, die eine Ausbreitung des Schalls verhindern: Kabinen (Maschineneinhausungen, Schallschutztunnel. Personenkabinen), Kapseln oder Trennwände, schallisolierte Fenster, zusätzliche Türen

Schallschutz

Schall unterscheidet sich als messbare Größe von Lärm, zu dem ersterer erst durch weitere, nicht messbare, individuelle oder sozio-kulturelle Komponenten wird. Liegt der menschliche Hörbereich bei gesunden Menschen zwischen 20 und 20.000 Hertz, ist vor allem der Frequenzbereich zwischen 200 und 5.000 Hertz von Bedeutung für den Schallschutz. Das menschliche Gehör nimmt Schalldruck dabei bereits ab 10 dB(A) wahr, ab 100 dB (A) empfindet man Schall als schmerzhaft.

Unterscheiden lassen sich

Körperschall

Anregung eines Feststoffes (z. B. Trittschall), wobei die Ausbreitung in Abhängigkeit von der Dichte, Schichtdicke und Frequenz erfolgt.

Luftschall

Zur Einhaltung des Schallschutzes gibt es neben den gesetzlichen Regeln einige technische Richtlinien, die es zu berücksichtigen gilt. Dies sind insbesondere die DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau), in dem die Mindestanforderungen an den Schallschutz festgelegt sind, sowie die VDI-Richtlinie 4100, die sich an Wohnräume richtet.

Maßnahmen zum Schallschutz

baulicher Schallschutz, der auf Erfahrungswerten und Simulationen basiert und bereits in der Planungs- und Bauphase integriert ist

nachträglicher Schallschutz, der eine flexible Anpassung an Räumlichkeiten ermöglicht

Brandschutz

Zum Brandschutz zählen sowohl vorbeugende Maßnahmen, die eine Entstehung und Ausbreitung von Bränden grundsätzlich verhindern, aber auch Maßnahmen, die Löscharbeiten ermöglichen und der Rettung von Menschen und Tieren dienen.

Vorbeugender Brandschutz

Um die Entstehung und spätere Ausbreitung von Bränden zu verhindern, gibt es drei unterschiedliche Bereiche des vorbeugenden Brandschutzes:

  1. baulicher Brandschutz
  2. anlagentechnischer Brandschutz
  3. organisatorischer Brandschutz

Mindestanforderungen zum baulichen Brandschutz finden sich in den rechtlichen Vorschriften der Landesbauordnungen, n DIN EN 13501 und den DIN EN 1992-1-2 für Stahlbetonbau, DIN EN 1993-1-2 für Stahlbau und DIN EN 1995-1-2 für Holzbau, über den bautechnischen Brandschutz in Industriebauten, geregelt in der DIN 18230, über die Fluchtwegplanung hin zu Löschanlagen in Gebäuden sowie den Anforderungen von Sachversicherern an Gebäude und technische Anlagen. Dabei können zahlreiche Aspekte Einfluss auf Art und Güte des vorbeugenden Brandschutzes nehmen:

  • Bauweise (z. B. Abstand von Gebäuden zueinander)
  • Bauart (Massiv oder Skelettbauweise, Montagebau etc.)
  • Baustoffe (Brandverhalten, Feuerwiderstand)
  • Gebäudedimensionen
  • Gebäudenutzung
  • Leistungsfähigkeit der Gefahrenabwehrkräfte
  • Präsenz von technischen Löschanlagen und -geräten
  • Schulungen und Unterweisungen der Mitarbeiter zur Gefahrenabwehr

Maßnahmen zum Brandschutz

Nur bei einem optimalen Zusammenspiel aller Brandschutzmaßnahmen besteht der größtmögliche Brandschutz für Gebäude und Mitarbeiter. Dabei gibt es einfache planerische Maßnahmen wie die Einteilung in Brand- und Rauchabschnitte oder die Verwendung von Bauteilen mit entsprechenden Feuerwiderstandsklassen. Zum anlagentechnischen Brandschutz zählen der Einbau von Rauchansaugsystemen, selbsttätige Feuerlöschanlagen, Beleuchtung von Flucht- und Rettungswegen oder die Bevorratung von Löschwasser. Auf der organisatorischen Ebene hingegen lässt sich der Brandschutz mit Alarmplänen und der Beauftragung eines Brandschutzbeauftragten verbessern.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

2002 löste die erste Fassung der EnEV die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung ab. Es folgten weitere Änderungen in den Jahren 2002, 2004, 2007 und 2009. Im Jahr 2016 folgte eine Änderung der Energieeinsparverordnung (EnEv) aus dem Jahr 2014. Diese gilt für Wohn- und Nicht-Wohngebäude gleichermaßen, wobei EnEv §4 die Rahmenbedingungen für letztgenannte festlegt. Das Ziel ist ein ressourcenschonender Umgang mit Energie, um die Klimaziele der Bundesregierung einhalten zu können.

Der Referenzwert der EnEv ist der Jahresprimärenergiebedarf eines Muster-Gebäudes, mit dem die Anforderungen an vergleichbare Gebäude ermittelt werden. Zu Ermittlung dieses Bedarfs addiert man zum Endenergiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die von der Gewinnung des Energieträgers an seiner Quelle über Aufbereitung und Transport bis zum Gebäude und der Verteilung, Speicherung im Gebäude entstehen. Daneben ist ein Höchstwert für den Transmissionswärmeverlust festgelegt, der vom jeweiligen Gebäudetyp abhängig ist.

Der Geltungsbereich der EnEv in Deutschland liegt bei Gebäuden mit durchschnittlichen Innentemperaturen von 19 sowie bei Gebäuden mit niedrigen Temperaturen  zwischen 12 und 19°C. Ausgenommen sind lediglich unter Denkmalschutz stehende Gebäude, Stallungen, großflächige Betriebsgebäude, die dauerhaft offen stehen müssen, unterirdische Bauten, Gewächshäuser, Gebäude, die weniger als vier Monate im Jahr beheizt werden, sowie Zelte.

Bei der Konstruktion und Planung einer Stahlhalle bedarf es der Berücksichtigung zahlreicher Regeln und Normen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, vertraut die Planung einem Profi mit langjähriger Erfahrung an. Die Experten von SYBAC sorgen dafür, dass Ihre Halle allen Anforderungen genügt.

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