Die besten Materialien für den Hallenbau

Für den Bau einer Werkzeughalle, Lagerhalle oder Ausstellungshalle gibt es vielfältige Ausführungsoptionen. Meist spielen bei der Planung und Durchführung Aspekte wie niedrige Baukosten und eine kurze Bauzeit eine wichtige Rolle. Gefragt sind damit Baumaterialien, die sich schnell und einfach montieren lassen, günstig sind und dennoch den hohen Belastungen im Arbeitsbetrieb standhalten können.

Die Tragkonstruktion - Stahl, Holz oder Massivbauweise?

Im Hallenbau kommen oftmals Tragkonstruktionen zum Einsatz, die mit aussteifenden Elementen beplankt werden. Weniger verbreitet ist aufgrund der geringen Flexibilität hinsichtlich Größe und Form der Halle sowohl langer Bauzeiten und hoher Baukosten der Massivbau. Während bei Hallen im landwirtschaftlichen Bereich oder beispielsweise auch Reithallen Holz, ein weit verbreitetes Baumaterial für die tragenden Stützen und die Binderkonstruktion des Daches, zum Einsatz kommt, ist im Gewerbe- und Industriebau vor allem Stahl verbreitet. Dieser bietet nicht nur aufgrund seiner Steifteit, hohen Festigkeit, Vielseitigkeit und den geringen Materialkosten viele Vorteile gegenüber anderen Materialien, sondern ist aufgrund folgender Eigenschaften beliebt:

 

Dank der vollkommen flexiblen Spannweiten und Raster sind im Hallenbau mithilfe von Tragkonstruktionen aus Stahl äußerst flexible Gestaltungsoptionen hinsichtlich Hallengröße, Form und Funktionalität gegeben. Auch stören keine Stützen den Innenraun (bieten eine beliebige Raumnutzung) und ermöglichen so den Einbau von Türen und Toren ganz nach den individuellen Bedürfnissen.

  • hohe Sicherheitsreserven durch Verformen vor dem Brechen
  • hohe Festigkeit und damit großes Kraftübertragungspotenzial
  • Vielseitigkeit durch Veränderung der Eigenschaften durch Legierungen und Wärmeeinfluss
  • hoher Vorfertigungsgrad und kurze Bauzeiten
  • nachhaltiger Baustoff durch Recyclingfähigkeit
  • Erweiterungsmöglichkeiten
  • Flexibilität durch die Möglichkeit komplette Hallen umzuziehen
  • individuelle Oberflächenveredelung

Die Wand- und Dachverkleidung - eine Frage der Dämmeigenschaften

Als Wand- und Dachverkleidungen kommen beispielsweise Porenbeton, Sandwichelemente oder Kassettenwände infrage, wenn die Wand gedämmt werden soll. Bei Dächern hingegen entscheidet die Dachform über das geeignete Material

Einige Eigenschaften unterschiedlicher Materialien im Überblick:

Sandwichpaneele

Sandwichpaneele verfügen über einen Hartschaumkern oder einem Kern aus Steinwolle, der mit einem Stahlblech verkleidet ist. Darüber sorgt eine Deckschale für eine ansprechende Optik und kann gleichzeitig Anforderungen an Lebensmittelverarbeitung oder Chemikalien erfüllen. Im Hallenbau übernehmen die Elemente zudem eine maßgebliche Funktion bei der Aussteifung der Tragkonstruktion.

Weitere Vorteile von Sandwichpaneelen sind:

  • hervorragende Dämmeigenschaften (bis zu 0,19 W/m²K)
  • langlebige gleichbleibende Dämmleistung
  • spezielle Kühlhauspaneele erhältlich
  • als lastabtragende Wand- und Dachelemente einsetzbar
  • einfache Montage durch Vorfertigung
  • geringes Gewicht
  • schwer entflammbar (B1) oder M0, d. h. auch als Abtrennung von Brandschutzabschnitten möglich
  • variable Größen ermöglichen flexiblen Hallenbau

Porenbeton-Platten

Aufgrund des Aufblähens des Mörtels innerhalb des Herstellungsprozesses verfügt Porenbeton über viele kleine Luftkammern, die zu einer hervorragenden Dämmeigenschaft führen. Allerdings ist die Namensgebung etwas irreführend, da der Sand keine Körnungen wie Kies enthält, die sonst für Beton üblich sind. Das Material gibt es sowohl in bewehrter als auch unbewehrter Form, sodass neben einer hohen Druckfestigkeit auch eine große Zugfestigkeit erreicht werden kann. Auch die Feuerfestigkeit ist hoch. Dank der sowohl vertikalen wie auch horizontalen Montagemöglichkeiten ist eine große Varietät hinsichtlich der Fassadengestaltung gegeben.

Kassettenwände

Die dritte Form gedämmter Wandverkleidungen, die im Hallenbau weit verbreitet sind, stellen Kassettenwände dar. Oft wird dabei Mineralwolle ganz einfach in die Kassetten geklemmt und mit Trapezblechen verkleidet. Theoretisch ist durch die freie Wahl der Dämmstärke dabei jeder mögliche Dämmwert erreichbar. Einen Vorteil stellt zudem der extrem gute Schallschutz dar, der im Vergleich zu Sandwichelementen etwa doppelt so hoch ist. Allerdings gestaltet sich die Montage etwas aufwendiger und die Gestaltungsoptionen sind, aufgrund der Erfordernis, die Dämmung zugunsten der Hinterlüftung mit Trapez- oder Wellblech zu verkleiden, geringer.

Trapez- und Wellblecheindeckung

Bei einfachen Lagerhallen ohne Anspruch an die Dämmung reichen unter Umständen einfache Verkleidungen aus Trapez- oder Wellblechen aus. Die gekanteten Stahlprofile eignen sich dabei sowohl für Dächer als auch Wände (die sich besonders für große Spannweiten anbieten). Dank vielfältiger Beschichtungsoptionen ist bei den Blechen eine individuelle Gestaltung des Gebäudes möglich. Weitere Vorteile sind das geringe Gewicht und damit geringe Herstellungskosten sowie die schnelle Montage durch den hohen Vorfertigungsgrad.

Oberflächenveredelung - für die Außenwirkung

Trapezbleche, Sandwichelemente und Kassettenwände können im Rahmen des RAL-Farbspektrums komplett an die gewünschte Außenwirkung des Gebäudes angepasst werden. Für die Dacheindeckung gibt es dabei sogar Lösungen in Dachziegeloptik. Allen gemein ist dabei, dass Wände und Dach direkt in der passenden Farbe geliefert und montiert werden können, ohne dass ein nachträglicher Anstrich notwendig ist.

Berücksichtigung der Wärmedämmung

Die Dämmeigenschaften der Außenhülle sind ein wesentlicher Faktor bei den laufenden Betriebskosten, Undichte Fenster- und Türöffnungen oder schlecht gedämmte Wände führen zu hohen Wärmeverlusten im Inneren und damit einer hohen Heizleistung, um konstante Temperaturen zu erzeugen. Daneben stellen natürlich auch die gesetzlichen Anforderungen ein Argument dar, um die Außenhülle optimal zu dämmen.

Maßgeblich für die Einhaltung. der Resularien nach der aktuellen Energieeinsparungsverordnung (EnEV) ist der sogenannte U-Wert. Dieser gibt in Watt pro Quadratmeter mal Kelvin (W/m²K) an, wie viel Energie je Kelvin Temparaturunterschied über eine Fläche von 1 m² der Gebäudehülle im Zeitraum von einer Stunde entweicht. Dabei leiten einige Materialien Wärme besser, andere schlechter. Liegen Ziegelsteine am unteren Ende der Skala, bieten Mineralwolle, Polystyrol oder PU-Schaum besonders gute Dämmeigenschaften.

Fenster, Türen und Tore - für den Durchblick

Jedes Gebäude verfügt über eine Anzahl an Fenstern, Türen und/oder Toren, die den Zugang ermöglichen und für ausreichend Tageslicht sorgen. Besondere Anforderungen ergeben sich hier vor allem, wenn die Logistik gleich mehrere Tore benötigt oder für Mitarbeitende mit Tageslicht durchflutete Arbeitsplätze erhalten sollen.

Anforderungen an Fenster

Bei Fenstern in den Wänden stellt sich dabei zunächst die Frage nach einer Festverglasung oder beweglichen Elementen sowie einer Zwei- oder sogar Dreifachverglasung. Diese wirkt sich wiederum auf die Lichtdurchlässigkeit und die Wärmedämmeigenschaften aus. Daneben ist eventuell ein Verbundsicherheitsglas zum Schutz gegen Einbrüche, Brandschutzglas oder ein speziell beschichtetes Sonnenschutzglas erforderlich.

Gibt es auch ästhetische Anforderungen an das Gebäude, weil etwa Kundenverkehr eine gewisse Repräsentativität erfordert, bieten sich hingegen besondere Fassadenlösungen an, bei denen sich die Elemente direkt auf die Tragkonstruktion montieren lassen.

Lichtkuppeln und Lichtbänder

Lichtbänder und Lichtkuppeln in der Dachfläche hingegen sind neben Glas oft aus Acrylglas oder Polycarbonat hergestellt, wobei selbstreinigende Effekte ein allzu häufiges Reinigen vermeiden. Sind häufige Arbeiten auf dem Dach geplant, so eigen sich vor allem durchsturzsichere Varianten. Lichtbänder hingegen bestehen oft aus mehrschaligen thermoplastischen Kunststoffen, z. B. Acrylglas, Polycarbonat oder duroplastischen Kunststoffen wie glasfaserverstärkten, ungesättigten Polyesterharzen.

Türen und Tore

Bei Toren hingegen sind Fensterelemente in der Regel aus Plexiglas. Die Tore selbst gibt es entsprechend ihrer Ausführung als Falt- oder Rolltore, Schiebe-, Pendel- oder Sektionaltore in unterschiedlichen Materialien, die wiederum ihren eigenen Beitrag zur Dämmung der Gebäudehülle leisten. Die Art der Ausführung hängt dabei im Wesentlichen von den baulichen Gegebenheiten, aber auch den Anforderungen an den Brandschutz ab. Gleiches gilt auch für Türen.

Vorteile von Stahlhallen

Stahlhallen bieten gegenüber anderen Bauweisen glcich mchrere Vorteile:

  • hoher Vorfertigungsgrad führt zu kurzen Bauzeiten
  • Flexibilität hinsichtlich Form, Nutzungsart und Hallengröße
  • hervorragende Dämmeigenschaften durch moderne Wand- und Dachverkleidungen
  • individuelle Oberflächengestaltung
  • geringe Baukosten
  • hohe Belastbarkeit

Daneben gibt es natürlich noch weitere Baumaterialien, die innerhalb des Bauprojektes zum Einsatz kommen. fe nach persönlichen Erfordernissen bedarf es zusätzlicher Gewerke wie Trockenbau- oder Sanitärarbeiten, die den weiteren Innenausbau bewerkstelligen. Damit hier am Ende alle Bedürfnisse zur vollsten Zufriedenheit erfüllt sind, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Spezialisten - wie den Experten von Sybac.

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