Besonderheiten einer Logistikhalle

Durch die Globalisierung und das damit verbundene Zusammenwachsen der Märkte, veränderte Verkehrsströme und die Abschaffung innereuropäischer Grenzen unterliegt auch die Konzeption von Logistikhallen einem Wandel.
 

So gewinnen einige Standorte an Bedeutung, Zentrallager ersetzen aus ökonomischen Gründen Einzellager und nachhaltige Aspekte sind beim Neubau immer gewichtigere Kriterien. Durch den Zuwachs des elektronischen Handels steigt zudem die durchschnittliche Fläche von Logistikhallen, Mitarbeiterzahlen nehmen zu und der Automatisierungsgrad steigt.

Nutzungsarten von Logistikhallen

Die Logistik stellt zunächst einen unternehmerischen Teilbereich dar, der sich mit Lagerhaltung und Vertrieb der Waren befasst. Dabei stellt jede Branche ganz unterschiedliche Anforderungen an diese, sodass sich auch die Arten von Lagerhallen stark unterscheiden:

  • Umschlaghallen dienen der Bündelung und neuen Aufteilung von Gütern aus dem Fernverkehr. Der primäre Zweck der Halle ist das Sortieren der Waren, die durchschnittliche Lagerzeit ist nur kurz.
  • Lagerhallen dienen insbesondere der Aufbewahrung von Gütern.
  • Distributionshallen verbinden die reine Lagerhaltung mit der Distribution. In der Halle erfolgt eine Kommissionierung der Waren.
  • Speziallager sind auf besondere Anforderungen der Güter ausgerichtet. Für Kühlhallen, Gefahrstofflager und andere Sonderformen gelten gesetzliche Rahmenbedingungen, mit denen bauliche Vorschriften einhergehen.

Fälschlicherweise werden auch Hochregallager immer wieder zu den Lagerhallen gerechnet, wenngleich diese als witterungsgeschützte Regale Teil der Betriebseinrichtung sind und steuerlich auch so berechnet werden.
 

Anforderungen an Logistikhallen

Mit der Nutzungsart einher gehen ganz unterschiedliche Anforderungen an Hallengröße, Höhe und beispielsweise die Anzahl der Tore.

Umschlaghallen


Das Ziel der Umschlaghalle ist ein schneller Güterumschlag. Um hier reibungslose Abläufe zu gewährleisten, bedarf es einer großen Anzahl von Toren, sodass viele Lkw parallel be- und entladen werden können. Gleichzeitig ist die Hallenhöhe ebenso gering wie die Hallentiefe, um möglichst kurze Wege und damit effiziente Abläufe zu garantieren.


Lagerhallen


In Lagerhallen werden Güter vor allem gelagert, nicht aber umgeschlagen. Der Warendurchlauf ist relativ gering, sodass die Anzahl der Tore begrenzt sein kann. Gleichzeitig erreichen Lagerhallen oft größere Hallenhöhen, da das Bauen in die Höhe meist kostengünstiger ist als Baufläche.

Distributionshallen


In der Distributionshalle erfolgt ein Warenumschlag ebenso wie die Lagerung von Produkten. Entsprechend bedarf es einer großen Lagerfläche, die sich sowohl in der Hallentiefe als auch der Höhe äußert, gleichzeitig jedoch einer ausreichenden Anzahl von Toren, um den raschen Warenumschlag zu ermöglichen. Bei der Dimensionierung der Halle sind zudem ausreichende Transportwege zu berücksichtigen.


Speziallager


Je nach Verwendungszweck unterscheidet sich die Bauweise von Speziallagern erheblich voneinander und es gehen mit den Anforderungen verschiedene bauliche Lösungen einher. So verfügen Kühllager meist nur über eine geringe Anzahl von Toren, um Kälteverluste aus dem Innern zu reduzieren.
 

Aspekte bei der Planung von Logistikhallen

Das A und O einer Logistikhalle ist die Unterstützung der betrieblichen Abläufe, um einen effizienten Betriebsablauf zu gewährleisten. Entsprechend bedarf es der Berücksichtigung weiterer Kriterien, bevor man mit dem Bau der Halle beginnt.


Die Nutzungsart entscheidet nicht nur über die bauliche Ausstattung der Halle, sondern nimmt bereits im Vorfeld Einfluss auf die Planung der Halle. So entscheidet die Wahl eines günstigen Standortes über die ökonomische Effizienz der Halle. Ein optimaler Standort bietet sowohl kurze Transportwege von Zulieferern als auch zu den Kunden. Gleichzeitig ist das Bauland günstig und der Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde niedrig. Die Region verfügt über ausreichend qualifiziertes Personal, um den Bedarf an Mitarbeitern zu decken.
 

Die Art der Güter entscheidet über die Erfordernisse einer Wärmedämmung. Während einfache Lagerhallen unter Umständen als ungedämmte Kalthallen lediglich einen Witterungsschutz bieten, stellt die Mehrheit der Güter Ansprüche an eine ganzjährig gleichbleibende Innentemperatur. Hierzu kommen Kassettenwände, Porenbeton oder Sandwichelemente zum Einsatz, die zu einer Wärmedämmung nach den Vorgaben der aktuellen EnEV beitragen. Auch das Dach wird mit einer Dämmschicht ausgestattet.
Dient die Logistikhalle als permanenter Arbeitsplatz von Angestellten, so ist bei der Planung eine ausreichende Belichtung zu bedenken.
 

Für die Tageslichtzufuhr sorgen entweder Oberlichtbänder oder Lichtkuppeln auf dem Dach oder auch Fenster oder transparente Elemente in Toren. So ist jeder Arbeitsplatz entsprechend der Arbeitsstättenverordnung ausreichend mit Tageslicht versorgt.
Nichts ist ärgerlicher als eine Logistikhalle, die schon kurz nach dem Bau an ihre Grenzen stößt. So überlegt man sich am besten schon vor der Bauphase, ob künftige Erweiterungen des Lagers geplant sind oder ob es Hochphasen gibt, in denen die durchschnittliche Kapazität des Lagers erheblich überschritten wird. Ist das der Fall, schafft eine großzügig dimensionierte Pufferzone Abhilfe.

Planung von Logistikhallen

Das Gebäudeinnere sorgt für die Wertschöpfung. Nur wenn alle Prozesse, Materialfluss, Flächen und Verkehrswege sowie die Technik perfekt aufeinander abgestimmt sind, ist ein dauerhaft effizienter Betriebsablauf möglich. Deshalb beginnt die Planung jeder Logistikhalle mit dem Gebäudeinneren. Denkt man die Gebäudehülle zuerst, sind Kompromisse bei der Funktionalität kaum zu vermeiden.

Da die Logistikbranche immer wieder Änderungen unterliegt und unterlag, sind langfristige Prognosen kaum möglich. Umso wichtiger ist schon bei der Planung ein gutes Maß an Flexibilität hinsichtlich Nutzungsart und Erweiterungsmöglichkeiten. Neben Flächenbedarf und Gebäudehöhe betrifft dies vor allem die technische Ausstattung.

Bei der Berücksichtigung von Brandschutzvorschriften bedarf es einer engen Abstimmung von Architekten und Planern, um die Kosten für die baulichen Maßnahmen möglichst gering zu halten und damit möglichst Einschränkungen der Funktionalität des Gebäudes zu vermeiden.
 

Eine Logistikhalle benötigt unter Umständen nicht unerhebliche Mengen Strom. Ein gut durchdachtes energetisches Konzept reduziert den Bedarf auf das Notwendige, spezielle Schleusenvorrichtungen tragen z. B. bei Kühllagern für möglichst geringe Wärmeverluste bei.

Bei der Berechnung der Tragfähigkeit des Bodens ist zu berücksichtigen, dass in einer Logistikhalle oft große Kräfte durch Flurförderzeuge, Bühnenanlagen und Schwerlastregale entstehen. Neben der Tragfähigkeit ist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Reibung sowie eine hohe Ebenheit gefragt, um eine gleichmäßige Fortbewegung sicherzustellen. In Automatiklagern ist zudem eine hohe Biege-Steifigkeit notwendig.

Vorteile von Stahl-Logistikhallen

Der Bau einer Logistikhalle mit einer Stahlkonstruktion bietet gleich mehrere Vorteile:

  • Die vorgefertigten Teile reduzieren die Bauzeit auf wenige Wochen.
  • Die Stahlgerüstkonstruktion ist langlebig und tragfähig.
  • Stahlkonstruktionen ermöglichen eine kostengünstige Bauweise bei maximaler Flexibilität.
  • Unterschiedliche Wand- und Dachdämmungen bieten eine Wärmedämmung nach neuesten energetischen Standards.
  • Verschiedene Dachformen dienen der Anpassung an die Erfordernisse der Nutzungsart.
  • Bei zusätzlichem Platzbedarf sind Erweiterungen der Gebäudehülle nachträglich unkompliziert umsetzbar.
  • Trapezbleche und mehrfarbige Fenster- und Torlösungen tragen auf Wunsch neben der Funktionalität zu einer ästhetischen Gestaltung des Gebäudes bei.
  • Mit zahlreichen unterschiedlichen Torarten findet sich eine passgenaue Lösung für jede Nutzungsart.
  • Die Berücksichtigung zusätzlicher gesetzlicher Vorgaben für Speziallager stellt bei der baulichen Umsetzung kein Problem dar.
  • Die Konstruktion ermöglicht große Spannweiten ohne störende Tragstützen im Gebäudeinnern.
  • Diverse Verglasungsarten sorgen für eine ausreichende Belichtung mit Tageslicht für die Mitarbeitenden.
     

Bei Logistikhallen gilt das Credo „Form follows function“. Damit reibungslose Betriebsabläufe auch wirklich sichergestellt sind, bedarf es im Vorfeld einer umfassenden Ermittlung aktueller und künftiger Bedürfnisse. Wer sich dafür die Zeit nimmt, wird bei der Wahl einer Stahlhalle schon bald mit einem langlebigen, kostengünstigen Ergebnis belohnt, das allen unternehmerischen Anforderungen genügt.
 

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